Romantic Stress - das Leid der Liebe
Die Liebe ist das Licht unserer täglichen Existenz. Doch wie findet man Freude und Ausgeglichenheit wenn diese Flamme erlöscht ist? Können wir aufhören zu lieben – und damit zu leiden – für einen unerreichbaren oder verlorenen Menschen oder in einer Beziehung die trotz aller Bemühungen nur unglücklich macht?
Die Liebe ist der Kathalysator des Lebens, aber seit jeher haben Poeten, Philosophen, Künstler die Last des Leidens beschrieben die fehlende Liebe, Verlassen oder Verlust einer geliebten Person mit sich bringen. Heute hat auch die Wissenschaft dieses Thema aufgegriffen unter dem Begriff romantic stress.
Leiden aus Liebe ist ein Ereignis das sich gegen das Leben richtet. Es ist schmerzhaft, aber es geschieht und oft können wir es einfach nicht vermeiden. Leiden wegen der Liebe liegt nicht in unserem eigenen Verschulden, wir müssen uns dafür nicht schämen. Wir dürfen unseren Schmerz nicht verstecken, aber wir sollen ihn erkennen, uns damit auseinandersetzen, in all seinen Formen, um ihn zu überwinden. Liebesleid ist ab einem gewissen Grad sinnlos und schädigend. Daher müssen wir uns den Enttäuschungen der Liebe stellen um diese aufzulösen.
Der romantic stress und seine Formen:
Trennung und Verlassen
Wir alle kennen die Angst Verlassen zu werden, alleine zu sein. Nach der Lehre der Psychoanalyse erleben wir das 'Verlassen sein' das erste Mal bei der Geburt, wenn wir die Einheit mit dem Körper der Mutter verlieren. Später im Leben, wenn uns ein geliebter Mensch verlässt, wiedererleben wir diese Urangst, das Gefühl ganz allein auf der Welt zu sein. Die Schwierigkeiten des Lebens müssen wir ohne Partner bewältigen und auch die Freuden können wir nicht teilen.
Liebeskummer
Die zerbrechliche und komplizierte Liebe quält uns mit unseren eigenen Ängsten und Obsessionen, und manchmal entsteht damit eine echte depressive Stimmungslage. Die Zeit, die verstreicht ist nicht immer die verlässliche Hilfe. Die Erfahrung der gefühlsmäßigen Leere zehrt unsere Existenz auf, es nimmt uns die Ausgeglichenheit die wir uns verdient hätten. Unter diesen Umständen fühlen wir oft dass nur die geliebte Person – das “Objekt” der Liebe – unsere einzige Rettung wäre ... doch diese ist und bleibt unerreichbar.
Beziehungskrise
Die romantische Liebe ist ein physiologisches Phänomen, so wie das Leben. Bereits im Moment in dem wir uns verlieben, ist unsere Existenz vollkommen vom ‘Objekt der Liebe’ absorbiert. Es entstehen Euphorie, Übertreibung, obsessives Verlangen nach dem, den wir lieben. Wir fühlen, dass diese Liebe für immer halten wird, doch manchmal läuft das Schiff des gemeinsamen Lebens auf der Trockenheit der täglichen Existenz auf. Man fühlt sich an einem toten Punkt angelangt, ohne jede Orientierung. Die richtige Richtung für die Paarbeziehung wiederzufinden ist schwierig, der Wind der Motivation und der Gegenseitigkeit weht nicht mehr. Man muss eine neue Strömung suchen, jene Energie finden der den Wunsch bringt gemeinsam weiterzusegeln.
Einseitige Liebe
Zu lieben ist wunderschön, aber es ist noch viel schöner wenn man auch selbst geliebt wird. Die einseitige Liebe hat seit der Antike als Inspirationsquelle für Poeten und Künstler gewirkt. Aber das Gewicht an Leid welches sie mit sich bringt kann so stark sein dass es zur Obsession wird, zu Depression, Stalking oder sogar zum Selbstmord zwingt. Soll dieser schwere Schmerz wirklich nur durch die Zeit leichter werden?
Eifersucht und obsessive Liebe
Angst und Unsicherheit, eine Furcht vor Verlust die auffrisst. Liebt er/sie nur mich oder sind da auch andere Menschen in seinem/ihrem Leben? Und betrachten diese den geliebten Menschen mit Bewunderung oder gar Verlangen? Eifersucht ist ein Besitzergreifen, das uns und den anderen nur Leid bringt und Schuldgefühle aufdrückt. Wir fürchten die Person zu verlieren die wir für unser Wohlbefinden brauchen und daher empfinden wir jede beziehungsstiftende Handlung unseres Partners als verdächtig und wir setzen ihn immer mehr unter Druck.
Abschied
Wut, Leere, Hilflosigkeit, 'Nicht wahrhaben wollen', der Wunsch vor dem Schmerz zu fliehen - immer wieder durchleben wir in uns alles das was die verlorene Person für uns bedeutet hat - zwischen Licht und Schattenseiten. Es quälen Gewissensbisse und Trauer weil man bestimmte Dinge nicht gemacht oder gesagt hat als die geliebte Person noch da war, noch lebte. Am Ende müssen wir oft erkennen, dass es gänzlich unmöglich ist, die gefühlsmäßige Bedeutung eines solchen Verlusts wahrnehmen oder diesen gar akzeptieren zu können.
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